Parler Research House PR39

Stuttgart, Germania
Parler Reserach House
Foto © Alexander Brenner Architects, Zooey Braun
Parler Research House
Foto © Alexander Brenner Architects, Zooey Braun
Parler Research House
Foto © Alexander Brenner Architects, Zooey Braun
Parler Research House
Foto © Alexander Brenner Architects, Zooey Braun
Parler Research House
Foto © Alexander Brenner Architects, Zooey Braun
Manufacturers
JUNG
Sede
Stuttgart, Germania
Anno
2019
Architekt
Alexander Brenner Architekten

Wohnen als Experiment

Der Architekt Alexander Brenner hat sich mit dem „Parler Research House PR39“ in Stuttgart ein experimentelles Wohn- und Atelierhaus erschaffen, das ungewöhnlich bodenständig und konsequent wirkt. Ein Ort, an dem Innen und Außen verschmelzen, Licht die Wohnräume durchfluten, hochwertigste und natürliche Materialien mit hoher Präsenz auf humoristische Elemente treffen – und zeitgenössisches Wohnen nicht nur neu interpretiert, sondern auch hinterfragt wird.

In Hanglage, direkt neben dem Architekturbüro von Alexander Brenner, befindet sich sein über vier Etagen reichendes Wohn- und Atelierhaus. Der geometrisch geformte Bau bietet bereits bei erster Betrachtung besondere Details. Rücksprünge und Einschnitte sowie natürliche Oberflächen charakterisieren die Villa. Die Sichtbetonfassade ist dank lokal verwendetem Jurysplitt Graubeige. Dahinter: 50 Zentimeter dicke Porenbetonsteine, um – wie im gesamten Objekt – auch bei der Dämmung auf künstliche Produkte zu verzichten. Gelochte Stahlblenden an den Fenstern lassen sich von Hand verstellen und dienen als Sonnenschutz. In den Stahltafeln hat Alexander Brenner ein Leopardmuster integriert. Sein Markenzeichen, das sich spielerisch abgewandelt als Zitat in vielen seiner Objekte findet – und als Hommage zu verstehen ist, die augenzwinkernd das übliche Schwarz der Architektenzunft hinterfragt. Ein großes Eisenportal weist den Weg ins Innere. Wirken die Räume und ihre angrenzenden Terrassen von Innen großzügig und lichtdurchflutet, so ist das „House PR39“ nach Außen eher geschlossen – fast wie eine Burg, teilweise mit nur wenigen akzentuierten Öffnungen und Fenstern ausgestattet.

Auf das doppelgeschossige Entrée folgt im ersten Stock das Atelier des Architekten. Im zweiten Obergeschoss befinden sich Schlafzimmer, Bad und Ankleiden – sowie der in den Hang gegrabene Weinkeller. In der dritten Etage sind Küche, Essplatz, Kaminecke und Lesenische untergebracht. Hangseitig schließt sich hier ein Gartenzimmer mit Outdoor-Küche an. Natürliche und hochwertige Materialien ziehen sich durch die Innenräume: Eichenparkett im Schlafzimmer, großformatiger Naturstein im Nassbereich oder der kupferverkleidete Tresen mit Edelstahlarbeitsfläche in der eigen geplanten Küche sind nur einige Beispiele. Kombiniert werden Naturstein und Holz immer wieder mit massiv eingesetzten roh belassenen Stahlelementen. Solche Metallverkleidungen, teilweise mit „versteckter“ Türe, sowie Handläufe aus schwarzem Stahl ziehen sich durch die einzelnen Etagen. Ebenso eingebaute Möbel, wie beispielsweise für Liege- und Leseflächen, sowie unkonventionelle Accessoires und Einbauten. Der Messingkopf eines Gehstocks kommt beispielsweise als Griff zum Einsatz. Für die Badewanne wurde ein eigener Raum innerhalb des Bades geplant, der durch eine ovale Öffnung zu betreten ist. Auch hier findet sich eine Einladung zum Schmunzeln: ein Spiegel ist so platziert, dass die Öffnung darin zu sehen ist.

Das „Parler Research House PR39“ bricht bis in seine Details mit Konventionen, ist über den Tellerrand hinaus geplant und bietet dabei, neben viel Komfort, besonders viel Raum für ein Lächeln.

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