Ford Autohaus in Halle

Halle (Westfalen), Germany
© Csaba Mester
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Architects
Wannenmacher + Möller
Any
2017

Am Rande der ostwestfälischen Stadt Halle hat das Autohaus Ford Hagemeier mit dem Bau einer neuen Fahrzeughalle einen großen Schritt in Richtung Expansion gemacht. Mit der Verdreifachung der Ausstellungsfläche besteht nun die Möglichkeit, neben Nutzfahrzeugen auch die PKW der Ford-Produktpalette zielgruppenorientiert zu präsentieren. Dabei wird die alte Fahrzeughalle zum Performance-Center, in dem die eher sportiv ausgerichteten Fahrzeuge ausgestellt werden. Der Neubau dagegen ist gedacht für auf Familien und ältere Menschen ausgerichtete Fahrzeuge, aber auch besondere Angebote für Schnäppchenjäger. Die unterschiedliche Kundenausrichtung der Gebäude sollte sich nach Wunsch des Bauherrn schon in deren Architektur wiederfinden. Daher wurde für die neue Fahrzeughalle, anders als beim eher technisch anmutenden, im Stile des Ford-Store-Konzepts 2001 errichteten Altbaus, mit der Verwendung von Holz eine warme Atmosphäre geschaffen, die besser der psychischen Konditionierung der definierten Zielgruppen zu entsprechen scheint.

Neben der Ausstellungsfläche für die Autos wünschte der Bauherr zudem eine kleine Werkstatt, zwei Verkäuferbüros, eine Bar, einen großen Besprechungsraum und einen Raum zum Zurückziehen. Erstere wurde aus funktionalen Gründen in der südwestlichen Ecke des Gebäudes, direkt gegenüber der Werkstatt des Altbaus angeordnet. Die anderen Funktionen sind in einem ganz in Holz gehaltenen zweigeschossigen Baukörper untergebracht, der als Haus-im-Haus in die Mitte der Halle gestellt wurde. Seine Lage und seine Geometrie unterteilt die Fahrzeughalle im Zusammenspiel mit der Werkstatt in Bereiche unterschiedlicher Proportionen: mal groß und geräumig, mal klein und intim. Diese unterschiedlichen räumlichen Qualitäten ergeben eine spannungsvolle Abfolge von Räumen, welche die sinnliche Erfahrung beim Durchschreiten der neuen Fahrzeughalle bereichern. Die im Obergeschoss untergebrachten Aufenthaltsräume sind mit Fenstern zur Halle ausgestattet, welche Blickbeziehungen zwischen den verschiedenen Funktionsbereichen ermöglichen.

Der Neubau steht an einen kleinen Wald angrenzend im hinteren Teil des Betriebsgrundstücks. Er liegt hinter der großen Außenaufstellfläche für Fahrzeuge und fällt daher speziell in den Abendstunden nicht unmittelbar ins Auge. Um dieses Manko zu kompensieren, wurde die Fassade des Gebäudes zur Bundesstraße und zur Erschließungsstraße hin durch die Verwendung von Glas und Polycarbonat mit einer transparenten bzw. transluzenten Außenhaut ausgestattet, welche die neue Fahrzeughalle während der dunklen Tageszeiten erleuchten lässt und so die Aufmerksamkeit der Passanten weckt. Auf der Rückseite ist die untere Hälfte der Fassade mit einem strukturierten Beton verkleidet, der hier einen spannungsvollen Kontrast zur glatten Polycarbonathülle des oberen Bereichs bildet.

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